Hausanlagen

Lüftungsanlagen, moderner Hausbau und Hausmodernisierung –
Lüftungsprobleme

Die Bewohner moderner Bauten klagen oft über massive Raumluftprobleme oder die Folgen, Schimmelpilzbefall, muffige Luft, um nur einige Ärgernisse zu nennen. Gleichermaßen betroffen sind oft Bewohner modernisierter Gebäude, wenn im Zuge der Maßnahmen die Gebäudedichtheit z.B. durch den Einbau moderner Fenster deutlich verbessert wurde. Bleibt der Häuslesbauer noch mit seinem Unglück alleine, so ergeben sich in Mehrfamilienhäusern daraus oft lange Querelen zwischen Vermieter und Mieter.

Letztlich erfolgversprechend ist nur der Einbau einer Lüftungsanlagezum Ziel. Wenn zur Verminderung der Energiekosten eine Abluftwärmerückgewinnung installiert wird hat dies den besonderen Charme in Hitzeperioden die Aussenluft zu kühlen zu können, bevor sie ins Haus gelangt, mithin der Leistungsumfang einer „Klimaanlage“.


Eine häufig verwendete technische Lösung für die Energierückgewinnung ist der Kreuzstromwärmetauscher. Je nach Bauform können 50-70% der Abluftwärme zurück gewonnen werden. Die Skizze zeigt die Schaltung während der Heizperiode. Nicht besonders hervorgehoben sind eingebaute Partikelfilter für die Zuluft. Die Luft durchströmt jeweils um ca. 90° Versetzt in zwei getrennten Ebenen den Austauscher. Der Siphon am Boden sorgt für den Ablauf des Kondensatwassers, das sich bei der Kühlung der abfließenden Luft ergibt.

Probleme:
In der Heizperiode kann bei sehr kalter Aussenluft das in der Fortluft kondensierende Wasser gefrieren und damit den Austauscher verstopfen. Eine Gegenmaßnahme ist die Nutzung eines Heizregisters für die Zuluft, was aber leider die Energiebilanz verschlechtert.

Im Sommer (Zuluftkühlung) kann besonders bei Wetterlagen mit hoher Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit (Schwüle) Kondenswasser in der Zuluft auftreten, die eventuell das Wachstum von Pilzen begünstigt, was erhebliche gesundheitliche Risiken für die Hausbewohner nach sich zieht.

Sowohl im Sommer wie im Winter kann ein verstopfter oder falsch eingebauter Syphon fatale Folgen haben.

Stand der Technik bzw. wie sieht die „Gesetzeslage“ aus:
Jede Art von Lüftungsanlage muss nach dem Stand der Technik regelmäßig auf hygienische einwandfreie Funktion geprüft werden.
Was und wie oft geprüft wird und auch wer prüfen darf, das steht in der VDI 6022. Für die „normale“ Anlage ohne Luftbefeuchtung ist nach der Erstinspektion (bei der Bauabnahme) eine Wiederholungsuntersuchung nach 36 Monaten vorgeschrieben. Der Prüfer muss nach VDI-6022-A fachkundig sein.

Diese Vorschriften werden selbst im geschäftlichen Bereich (Stand 2008/9) erst allmählich umgesetzt, im privaten fast gar nicht, obwohl die Regelungen dort ebenfalls gelten und obwohl das sogenannte „sick building syndrome“ – meine Klimaanlage macht mich krank – auch dort bekannt ist. Weniger bekannt sind die gesundheitlich schwerwiegenden Risiken. Legionellenerkrankungen mit Todesfolge sind bei Anlagen ohne Luftbefeuchtung glücklicherweise nicht zu befürchten, Pilzsporen aus verkeimten Luftfiltern und Wärmetauschern sind aber häufig Anlass für asthmatische Beschwerden oder Probleme mit dem Immunsystem. Der oben angesprochene verstopfte Syphon kann ebenfalls solche Problem verursachen.